Mittwoch, 25. Februar 2009

Sozialstaat Ameisenhaufen

Anna Moesch
Ameisen - Kommunikations- und Gesellschaftsformen
2009, Ppb., 66 S., ISBN: 978-3-9523461-6-7, 13.60 EUR, 17.90 CHF
Anna Moesch führte Beobachtungen zum Hierarchieverhalten und zur Kommunikation von Ameisen durch. Zusätzlich versuchte sie die verschiedenen Kommunikationsformen fotografisch festzuhalten. Sie wählte je einen Versuch zu den drei wichtigsten Kommunikationsformen (chemisch, taktil und akustisch) aus. Die Versuche beziehungsweise Beobachtungen wurden so ausgewählt, dass die Kommunikationsinhalte der Nestgenossinnenerkennung, der Rekrutierung, des Futteraustausches und der Alarmierung beobachtet werden konnten. Die Ameisen zu den Versuchen hat sie selbst gesucht, eingesammelt und eingenistet.
Trotz ihrer kleinen Körpergrösse können diese Tierchen erstaunliche Leistungen vollbringen. Dank dem hierarchisch aufgebauten Sozialstaat, dem unglaublichen Organisationstalent und der systematischen Arbeitsteilung, können sie Leistungen vollbringen, zu denen ein Einzeltier nie fähig wäre. Diese perfekte Organisation ist nur mittels eines komplexen Kommunikationssystems möglich.

Dienstag, 24. Februar 2009

2 Kontinente – 4 Monate – 14 Länder – 25.000 Kilometer ...

Thomas Heinze, Nico Dünkel, Stefanie Gunkel
Eine Reise entlang der europäisch-asiatischen Kontinentgrenze - Bildband mit Reiseberichten
144 S-, 12,95 Euro
Die Idee entstand bei einem Biergartenbesuch. Als erste überhaupt bereisten Thomas Heinze und Nico Dünkel aus Rudolstadt in Thüringen sowie Stefanie Gunkel aus Dresden die komplette Kontinentgrenze zwischen Europa und Asien. Sie schwitzten bei 50 Grad Celsius in der kasachischen Wüste, testeten ungewöhnliches Essen oder wurden als mutmaßliche Auslands-Spione vom russischen Geheimdienst FSB festgenommen.
Seit ewigen Zeiten streiten sich Geografen und Politiker über den genauen Verlauf der Grenzlinie. Die Thüringer und die Dresdnerin hielten sich an die herrschende Auffassung: Start in Workuta im hohen russischen Norden, Uralgebirge und -fluss, Kaspisches Meer und Kaukasus, Türkei und Bosporus. Bei einem tausende Kilometer langen „Abstecher“ quer durch Zentralasien gingen sie auf Tuchfühlung mit dem Orient: prächtige Bauten, quirlige Basare, Bakschisch für die Grenzer.
Nicht zuletzt ist die Frage nach der geografischen Grenze Europas von aktueller politischer Brisanz, geht es zum Beispiel darum, wie weit die Europäische Union überhaupt noch erweitert werden kann und ob die Türkei zu Europa oder bereits zu Asien gehört. Die Reise des Trios endete in Istanbul, jener Metropole, die auf beiden Kontinenten Europa und Asien zugleich liegt. Am Strand zückten sie einen Holzkohlegrill und brutzelten zum Abschied Thüringer Bratwürste – schmunzelnde Blicke von Einheimischen und Passanten inklusive.
Das Buch besteht aus drei Komponenten: Mehr als neunzig Fotos, die einen authentischen Eindruck von der Exotik fremder Länder und Kulturen vermitteln. Zwölf ausführliche Reiseberichte, bei deren Lektüre man das Trio auf der abenteuerlichen Tour „begleiten“ kann. Und ein Extrateil mit Tipps für Abenteuer-Reisen.
Aus dem Erlös vom Verkauf dieses Buches geht eine Spende an den Verein "Eurokaukasia" für die Spendenaktion "Nothilfe für Georgien". Den Autoren und dem Verlag ist es eine Herzensangelegenheit, den vom Krieg gebeutelten Menschen zu helfen; denn immer sind es die Menschen, die unter den politischen und kriegerischen Ambitionen der Politiker zu leiden haben.
Kontakt: Mariami Parsadanishvili, Vorstandsprecherin; Beauftragte für die Spendenaktion 'Georgien'; Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Konstanz, Exzellenzcluster 16/EXC 16, Osteuropäische Geschichte/Raum F 347, Fach D 11, 78457 Konstanz, Deutschland/Germany
Tel: +49 (0)7531/88-2261, Fax: +49 (0)7531/88-4158
E-Mail: Mariam.Parsadanishvili@uni-konstanz.de

Lernen macht Spaß - ein Buch für Erwachsene und Schüler

Betty K. Garner
Ich hab's! - Aha-Erlebnisse beim Lernen – Was schwachen Schülern wirklich hilft
Beltz Praxis 2009, 184 S., brosch., ISBN 978-3-407-62639-4, EUR 16,95
Eines der großen Rätsel aller Lehrer: Warum macht es bei manchen Schülern »Klick!« und bei anderen nicht? Betty K. Garner zeigt, dass es häufig nur einiger gezielter Anstöße bedarf, um auch schwachen Schülern zu Aha-Erlebnissen zu verhelfen. Pflichtlektüre für alle, die die Lernzufriedenheit ihrer Schüler/innen erhöhen wollen. Schwierigkeiten beim Lesen, beim Zuhören oder beim Merken sind nicht der Grund, dass Schüler scheitern. Sie sind vielmehr Symptome des eigentlichen. Probleme: fehlende Verknüpfungen zwischen all den unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, die auch schwache Schüler mitbringen. Gut entwickelte Denkstrukturen erlauben es, neue Informationen mit bekanntem Wissen zu verbinden, Informationen zu strukturieren und Regeln abzuleiten, die Wissensverarbeitung und vor allem eigenständiges Lernen ermöglichen. - Anhand vieler Beispiele aus ihrer langjährigen Praxis als Lehrerin zeigt Garner, wie sich Denkprozesse bei Schülern aktivieren lassen – so werden aus Schulversagern Schüler, denen Lernen (wieder) Spaß macht. Gut zu wissen: Betty K. Garner veranstaltet seit vielen Jahren auch im deutschen Sprachraum ­Seminare – zahlreiche Lehrer/innen warten schon auf die deutsche Ausgabe.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... In einem Vorspruch wendet sich sie sich an alle Pädagogen, Eltern und Schüler, die lernen und kreativ sein wollen. Entsprechende Neugier vorausgesetzt, hilft das Buch durchaus, seine bevorzugten kognitiven Strukturen zu entdecken und möglicherweise neue zu entwickeln. Dafür gibt es im Anhang eine extra Anleitung, wie auch der allgemein interessierte Leser weiter forschen kann. Doch vor allem Pädagoginnen und Pädagogen und jenen, die es werden wollen, wünscht man das schmale Bändchen als ständigen Begleiter in der Tasche. Sie könnten nachlesen, wie Betty Garner es schafft, jeden Schüler zu respektieren und ihm seinen Zugang zum Lernen zu eröffnen. Vor allem aber hätten sie einen Anker in der Hand, um sich selbst mehr Freude im Unterricht zu schenken. Eine wirkliche Bereicherung für die deutsche Bildungslandschaft! ... " - Zur Rezension

Montag, 23. Februar 2009

Christopher Nolan - Ein außergewöhnlicher Autor

Christopher Nolan
Fünf Felder grün - Die Lebensgeschichten einer eigensinnigen irischen Frau. Roman
Aus dem Englischen von Christa Schuenke, 437 S., geb., ISBN 3-85636-171-5, ISBN 978-3-85636-171-6, Euro 24.00, CHF 39.00
Ein durch und durch irischer Roman: die Geschichte der liebenswürdigen, höchst eigenwilligen Winnie O’Brien aus Drumhollow. Fast das ganze 20. Jahrhundert hat sie durchlebt, in ihrem mit ihr alt und baufällig gewordenen Haus. Das Außergewöhnliche an diesem Roman ist seine wortschöpferische, in ihren Wendungen verblüffende Sprache, in der die Geschichte der Minnie O’Brien erst ihre ganze Kraft entwickelt.
Christopher Nolan wurde am 6. September 1965 in Dublin geboren. Aufgrund von Sauerstoffmangels bei der Geburt war er spastisch gelähmt (Quadriplegie).
Mit 15 Jahren veröffentlichte er seinen Lyrikband «Dam-Burst of Dreams«, der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. Man verglich die kraftvollen Verse mit der Sprache eines William Butler Yeats und James Joyce. Mit 22 Jahren erschien seine Autobiografie «Under the Eye of the Clock», die einen Literaturpreis gewann. Die deutsche Übersetzung erschien 1989 und ist mittlerweile vergriffen. Vor 10 Jahren erschien sein Opus Magnum, «The Banyan Tree«, eine irische Familiensaga, die zu den Meisterwerken der modernen irischen Literatur gehört. 2006 erschien der Roman unter dem Titel «Fünf Felder grün» im Pforte Verlag, kongenial übersetzt von Christa Schuenke.
Christopher Nolan schrieb mit einem «Einhorn», das ihm um den Kopf gebunden wurde und mit dem er auf der Schreibmaschine Taste für Taste anschlug. So arbeitete er an seinem Roman zwölf Jahre lang. Er starb letzten Freitag infolge eines Unglückfalles, weil Nahrung in seine Atemwege gelangte. Wir, der Verlag, trauern um eine herausragende Persönlichkeit, die ihrer inneren Kraft allen äußeren Einschränkungen zum Trotz Ausdruck verliehen hat und uns damit Literatur geschenkt hat, deren Lebensnähe und Weisheit uns berührt.
"Christophers unerschütterlicher Mut und seine Entschlossenheit werden zusammen mit seiner literarischen Begabung in Erinnerung bleiben und viele künftige Generationen inspirieren." (Mary McAleese, Präsidentin von Irland)

Ein großer Astronom der Antike

Thomas Bührke
Die Sonne im Zentrum. Aristarch von Samos - Roman der antiken Astronomie
C.H.Beck 2009. 269 S. mit 3 Abbildungen von Peter Palm, Halbleinen, ISBN 978-3-406-58249-3, 16,90 €
In einem spannenden historischen Roman, der sich auch an jugendliche Leser wendet, erzählt Thomas Bührke die Geschichte des Aristarch von Samos, eines genialen Mannes, der die Kopernikanische Wende fast zwei Jahrtausende vorwegnahm, aber einen aussichtslosen Kampf gegen die traditionellen Vorstellungen seiner Zeitgenossen führte. Die Griechen waren dem korrekten Weltbild zum Greifen nahe, konnten seine Richtigkeit aber nicht beweisen – so das Fazit dieses Romans der antiken Astronomie, der auch einen Einblick in die anderen Wissenschaften der Zeit – Philosophie, Mathematik, Mechanik, Geschichte und Medizin – gibt. Der Höhepunkt ist das Streitgespräch Aristarchs mit Kleanthes von Assos über die Wahrheit der heliozentrischen Hypothese. Die bedeutendsten Gelehrten werden entscheiden und der König das Urteil verkünden ...
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Nikolaus Kopernikus hat Mitte des vergangenen Jahrtausends der Menschheit klar gemacht, dass nicht die Erde im Zentrum des Planetensystems steht, sondern die Sonne. Die Erde ist nur Planet unter Planeten. Aber Kopernikus war nicht der Erste, der die Idee des heliozentrischen Weltbilds formuliert hat. In seinem neuen Buch "Die Sonne im Zentrum" beschreibt Thomas Bührke, wie Aristarch von Samos schon vor mehr als zwei Jahrtausenden an einem neuen Weltbild gearbeitet hat.
Wer war dieser Aristarch? Was hat ihn angetrieben, neue, damals ganz unerhörte Wege zu gehen? Wie ist sein Leben verlaufen? An historischen Quellen gibt es kaum etwas über Aristarch. Seine Lebensdaten sind nur ungenau bekannt. Er lebte vermutlich zwischen 310 und 230 vor Christus. Nur eines seiner Werke ist überliefert, in dem er die Größe und Entfernung der Sonne und des Mondes bestimmt ... " Zur Rezension

Die Frau des berühmten Schriftstellers

Ursula Keller, Natalja Sharandak
Sofja Andrejewna Tolstaja - Ein Leben an der Seite Tolstojs
Insel Verlag 2009, Mit Abbildungen, 382 S., geb., ISBN 978-3-458-17408-0, Euro 24,80 [D], Euro 25,50 [A], sFr 42.50
»Lange Zeit lebte ich nicht mein eigenes Leben und meinen eigenen Willen, sondern als die Gattin Tolstois.« – Am 23. September 1862 heiratete die achtzehnjährige Sofja Andrejewna Behrs Lew Nikolajewitsch Tolstoi. Anfangs widmete sie ihr Leben ganz dem viel älteren Schriftsteller. Sie war erste Leserin und Kritikerin seiner Werke, Mutter seiner vielköpfigen Kinderschar, verwaltete das Landgut und kümmerte sich um die Finanzen. In jener Zeit des Familienglücks entstanden u.a. Tolstois große Romane Krieg und Frieden und Anna Karenina. Nach fast zwei Jahrzehnten Ehe beschäftigte sich Tolstoi zunehmend mit religiösen und philosophischen Themen und stellte sämtliche Werte seines bisherigen Lebens in Frage. Er entzog sich seiner Frau und Familie, und es kam zu dramatischen Konflikten. Sofja Tolstaja hörte auf, das geistige und literarische Leben ihres Mannes als ihr eigenes zu begreifen. Nachdem sie ihrer eigenen literarischen Begabung vor der Hochzeit entsagt hatte, begann sie, wieder zu schreiben, nur wenige ihrer Werke wurden jedoch veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung Rußlands am Vorabend der russischen Revolution, in der die vermeintlich natürliche, Gott gewollte Geschlechterordnung von vielen Zeitgenossen in Frage gestellt wurde, zeichnet die Biographie das Porträt der Gattin Tolstois als Frau, die für ihre eigene Lebenswahrheit stritt.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Die beiden Autorinnen sind in ihrer Darstellung dieses Konflikts zurückhaltend mit Wertungen oder gar Verurteilungen. Stattdessen lassen sie die Fakten und die Quellen sprechen - und kaum eine Ehe ist so gut dokumentiert wie die der Tolstojs. Tagebücher, Notizen, Briefe und Erinnerungen beider Ehepartner füllen Bände. Und daraus schöpfen die beiden Autorinnen mit viel Fleiß und größter Genauigkeit. In sieben großen Kapiteln zeichnen die beiden Autorinnen einfühlsam und anekdotenreich ein Bild von Sofja Tolstaja, das so lebendig und plastisch erzählt wird, als hätte man sie persönlich kennengelernt ... " Zur Rezension

Sonntag, 22. Februar 2009

Prosa und Lyrik von einer Internet-Schreibgruppe

Eberhard Kamprad, Ines Drosta, René Gäbler, Elke Gruber, Joana Jordan und andere
Die Hobby-Autoren lassen bitten - Prosa und Lyrik aus der Arbeit der Internet-Schreibgruppe Hobby-Autoren
Paperback, 232 Seiten, ISBN 978-3-8370-3326-7, € 14 95
René Gäbler: "Ich bin seit einiger Zeit Mitglied in einer Internet-Autorengruppe. Wir schreiben Gedichte, Erzählungen, kleine Romane usw. und kritisieren und korrigieren unsere Arbeiten gegenseitig. Nun haben wir uns zusammen getan und ein kleines Buch aus der Taufe gehoben. Jeder Autor hat ein oder mehrere Kurzgeschichten und Gedichte eingeschickt. Das Ganze wurde ein kleines Buch, das wir dann bei BOD zum Druck aufgegeben haben ..." - Autoren-Blog
Inhalt: Sandy Schröder: Ansichtssache / Sandy Schröder: Begegnung mit dem Teufel / Martina Wachten: Das fehlende Stück / Sandy Schröder: Das Lieblingslied der Gärtnerin / Martina Wachten: Der göttliche Auftrag / Ines Drosta: Die Tränen des Schneemanns / Eva Windegger: Entblößt / Eberhard Kamprad: Das Erwachen / Eberhard Kamprad: Hundebegegnungen – Dolly Dackel erzählt / Eberhard Kamprad: Neuanfang / Eva Windegger: Leben, Liebe, Tod / Brigitte Meertens: Das nicht eingehaltene Versprechen / Ute Winkler: Nachbarschaftshilfe / Kerstin Kabbe: Ein nordisches Geheimnis / Kerstin Kabbe: Siebenhundert Gramm / Brigitte Meertens: Tumult im Pinselkrug / Kerstin Kabbe: Das Versprechen / Ute Winkler: Wiedersehen / Brigitte Meertens Wo wohnt Gott / Ines Drosta: Verschlafen / Eberhard Kamprad: Neudeutsch / Kerstin Kabbe: Nie zuvor / René Gäbler: Es beginnt / René Gäbler: Mitten im Kreis des Lebens / René Gäbler: Von Glühwürmchen und Elfen / Martina Wachten: Einfach weg! / Elke Gruber: Die Alster/ Elke Gruber: Ein ganz besonderer Duft / Elke Gruber: Armer reicher Mann / Sandy Schröder: Gott ist pink / Joana Jordan: Nächtliche Bekanntschaften / Joana Jordan: Sturz in den Abgrund / Elke-Marisa Leiverkus: Mutter / Elke-Marisa Leiverkus: Einsame, schwarze Schwäne /Ute Winkler: Erkenntnis / Ute Winkler: Heimliche Liebe / Eva Windegger: Scherben / Elke Gruber: Über die Liebe / Elke-Marisa Leiverkus: Verlassen

Samstag, 21. Februar 2009

Tom Tin und der Fluch des Diamanten

Iain Lawrence
Tom Tin und der Fluch des Diamanten
ab 12 Jahren, 2008, Edmund Herder (ill.), Alexandra Ernst (Übers.), 269 S., geb.m.Schutzumschlag, Umschlag ISBN-13: 978-3-7725-2293-2, 16,90 EUR
«Beweg dich!», brüllte Mr. Moyle und schob sich die Wanten empor. Er öffnete seinen Mund und bleckte die verfaulten Zähne. Wie der Blitz war ich draußen auf der Rahe. Ich kniete mich darauf und schob mich über das Holz. Das Segel presste gegen meine Beine und die Leinen zerrten an meinen Armen, und in meiner Todesangst klammerte ich mich an allem fest, was ich packen konnte. Am Ende der Rahe streckte ich mich lang und zerrte an dem Gewirr aus Leinen.
Es löste sich ohne Vorwarnung. Etwas schlug mir gegen die Schultern und fiel dann mit einem Knallen und Stöhnen zurück. Die Rahe ruckte zur Seite. Das Segel öffnete sich mit einem lauten Knall. Das ganze Schiff neigte sich zur Seite, und mit einem leisen Aufschrei fiel ich von der Rahe …
Es war Mr. Moyle, der mich rettete. So schnell wie ein Wiesel war er da, packte mich mit dem Arm um die Hüfte und mit der Hand am Ärmel, genau in dem Augenblick, in dem ich fiel. Dann schwang er mich herum, sodass ich mit der Brust über der Rahe hing und mit den Füßen im Fußpferd stand …
«Sie haben mir das Leben gerettet», sagte ich zu Mr. Moyle.
«Danke.»
Er bedachte mich mit einem seltsamen Blick. «Wenn du einem anderen Menschen das Leben rettest, gehört es dir. Das weißt du doch, nicht wahr? Aber keine Sorge, Freundchen.» Er lächelte mit unverhohlenem Spott. «Ich werde diese Schuld jetzt noch nicht einfordern, mein Junge. Irgendwann, aber nicht jetzt.»
Noch steht die Rache an Mr. Goodfellow aus, der Tom Tins Familie ins Verderben gestürzt hat. Aber Tom gibt nicht auf, obwohl sein Leben durch die Begegnung mit zwei Gestrandeten eine weitere grausame Wendung nimmt. – Furios führt Iain Lawrence seine Abenteuer- Trilogie über Tom Tin zu einem Ende, das eigentlich auch ein neuer Anfang ist.
Tschukatie-tschikadie. Zu fünft tuckern sie verloren auf ihrem kleinen Dampfschiff über die offene See: Tom Tin, Midgely, Boggis, Weedle und Penny, als ein Geisterschiff auf sie zuhält. Wenig später nehmen sie von einem Eisberg zwei höchst dubiose Gestrandete auf. Und obwohl aus Tom Tin endlich ein richtiger Seemann wird, liegt es offensichtlich nicht in seiner Hand, das Schiff nach England zu steuern. Jemand oder etwas anderes führt in seinem Leben unheilvoll Regie, solange er den einzigartigen Diamanten nicht los wird. Der aber ruht noch immer im Grab von Toms Zwillingsbruder, dem Smasher, in London.
Iain Lawrence, geboren in Sault Ste. Marie, Ontario, studierte Publizistik und arbeitete für verschiedene kleinere Zeitungen. Er ist begeisterter Segler, Kenner einsamer Inseln, Journalist und Jugendbuchautor und lebt auf den Gulf Islands in British Columbia. Zunächst verfasste er zwei Reisebücher, bevor er sich dem Schreiben von Jugendromanen zuwandte. Mehrfach ausgezeichnet wurde seine Hochseetrilogie „Strandpiraten“ (Edgar Allan Poe Nominee), „Schmuggler“ und „The Bucaneers“

Buch und Theaterstück (zum buchen)

Eric-Emmanuel Schmitt
Oskar und die Dame in Rosa - Erzählung
Aus dem Französischen von Annette und Paul Bäcker. Mit achtzehn farbigen Abbildungen von Marcelino Truong, Ammann Verlag Zürich, 112 S., ISBN 9783250104940, EUR 19.90, CHF 34.90 und ISBN 9783250600572, EUR 13.80, EUR (A) 14.20, CHF 25.80
Oskar und die Dame in Rosa ist ein Buch, dem man sich nicht entziehen kann. Ohne falsche Sentimentalität geht Eric-Emmanuel Schmitt ein schwieriges und trauriges Thema an und spendet mit seiner warmherzigen Erzählweise die Kraft und den Mut, einer solchen Situation offen zu begegnen. Mit den farbigen Illustrationen, in kräftigen Pastelltönen gehalten und weich konturiert, gelingt es Truong, den Text um eine versöhnlich zarte und romantische Note zu bereichern, ohne kitschig zu werden. Autoren-Webseiten

Das Theaterstück "Oskar und die Dame in Rosa" mit Eva Ingeborg Scholz kann ab sofort über die Akademie Panta Rhei gebucht werden. Geeignet für Hospize, Kliniken , soziale Einrichtungen ...
Oskar ist zehn und hat noch zwölf Tage zu leben. Hat Eltern, die damit restlos überfordert sind. Hat Ärzte, die ernsthaft frustriert sind und - Gott sei Dank! – hat er so was wie einen Engel. Der besucht ihn regelmäßig und ist eine "uralte" Dame in Rosa. Ex-Catcherin behauptet sie. Eine, die ihn nicht anlügt, jedenfalls nicht in Dingen, die zählen, eine die nicht kneift wenn’s knifflig wird, eine die ihm mit Phantasie und Humor begegnet, eine die ihm zuhört, eine mit brauchbaren Ideen.
Zum Beispiel die hier: 1 Tag = 10 Jahre. Wenn die Zeit sehr knapp wird, muss man besonders kreativ mit ihr umgehen. Heißt: Leben im Zeitraffer. Heißt: Oskar erlebt das alles ein bisschen früher: Grad noch zehn, blüht ihm ratzfatz die Pubertät, das große Verliebtsein, das große Betrübtsein, Midlife-Crisis, Alter… Er lernt sich kennen: glaubend, liebend, hoffend zweifelnd, ängstlich, elend. Lernt, sich zu versöhnen – vor allem mit denen, die ihn in ihrer Hilflosigkeit zugemüllt haben mit Geschenken: seinen Eltern. Lernt, was das Schwerste von allem ist: mit dem Tod versöhnt zu sterben.
Oskar 10, Rosa 110 (?): Zwei, die sich nichts vormachen; zwei die sich stellen, die sich halten, die sich Mut machen. Zwei, die noch was zu lachen haben wollen, trotzdem. Auf Anregung der alten Dame hat der kleine Mann einen Schriftverkehr der besonderen Art geführt. Den sie uns an diesem Abend präsentiert. - Mehr dazu auf Akademie Panta Rei

Freitag, 20. Februar 2009

Ein Tag in einem indischen Kinderheim

<= Bild kann vergrößert werden
Ein Tag im NITYA SEVA - Kinderheim in Bhopal/Pipalner
(siehe auch hier im Blog)

Bhopal in Madhya Pradesh / Indien: Eine 1,5 Millionenstadt mit wunderschönen Seen und einem freundlichen Ambiente. Aber auch eine Stadt, in der unzählige Menschen, insbesondere auch Kinder, kein Dach über dem Kopf haben, keine ordentliche Ernährung und kein Zuhause. Wir haben uns der Kindern angenommen, die ohne Zuneigung und der notwendigsten Versorgung auf der Straße leben mussten. Krank, missachtet und missbraucht, alleine gelassen, ums tägliche Überleben kämpfen müssend. In 2 Kinderheimen geben wir aktuell 187 Jungen und Mädchen ein liebevolles Zuhause. Nachfolgend einen Bericht über den Tagesablauf in unserem neuen Kinderheim in Pipalner.

Pipalner liegt am westlichen Rand von Bhopal, unweit vom Flughafen. Der Stadtteil ist ländlich strukturiert. Er liegt in unmittelbarer Nähe zu Gandhi Nagar, einem größeren Markt.

Es ist Morgengrauen. Das große Kinderheim, das an eine Burg erinnert, erhellt sich mit der beginnenden Dämmerung. Es ist gerade einmal 05.00 Uhr, wenn die Glocke unsere derzeit dort lebenden 144 Jungen und Mädchen weckt.
In den Zimmern wird es lebhaft. Die Kinder stürmen in die Badezimmer. Lärm durchdringt das Haus, alles ist in Bewegung.
In der Küche bereiten die vier Köche und Helfershelfer seit 05.00 Uhr das Frühstück und das Essen für die Schulbox vor.
Auch das Frühstück und der Inhalt der Schulbox sind warme Speisen. Chabati, ein Fladenbrot, Sabji, ein Kartoffelauflauf, Bindis / Ladyfingers, eine Gemüsesorte u.a.m. werden geboten.
Das für die Kinder zuständige Personal kümmert sich darum, dass sich alle ordentlich duschen und anziehen. Saubere Schulkleidung, geputzte Schuhe, ordentlich gekämmte Haare.
Die Kinder gehen in den großen Speisesaal, und bekommen ihre warme Mahlzeit. Und die Schulverpflegung.
Es ist Gedränge. Jeder sucht sich seinen Platz an den langen Steintischen. Die ganz Kleinen sitzen auf ihren Kinderstühlen.
Alle haben ihre Schuluniformen an.
Draußen warten schon die Fahrer der drei NITYA SEVA - eigenen Transportfahrzeuge.
Viele unterschiedliche Schulen sind anzufahren. Zu den verschiedensten Zeiten. Und teilweise in einer Entfernung von über 20 km.
Alles ist in Bewegung. Die Fahrer hupen ungeduldig, bis auch die letzten Nachzügler ihren Platz eingenommen haben.
Die Fahrzeuge fahren ab. Es wird ruhig im Heim.

Die Reinigungskräfte gehen ans Werk und putzen das ganze Haus, was zweimal am Tag geschieht.
In der Küche geht es nun schon mit der Vorbereitung des Mittagessens los.
Eine Mutter, die auf der Straße lebt und die nicht mehr in der Lage ist, ihre Kinder zu versorgen, bittet um deren Aufnahme in das Kinderheim.
Ein kleines Mädchen wird aus über 700 km Entfernung von einem Sozialarbeiter an NITYA SEVA übergeben.
Ständig kommen Leute an und fragen nach einem Platz für Kinder. Oder Kinder machen sich selbst auf den Weg, um nach Schutz und Unterkunft anzufragen.
Manche Kinder sind in einem erschreckenden Zustand. Halb verhungert, abgemagert, apathisch, ängstlich, schmutzig und mit Geschwüren übersät. Sie freuen sich über die gereichte Banane und über eine liebevolle Streicheleinheit. Zucken zurück, wenn man ihren Kopf berührt. Sie haben die vielen Schläge und Quälereien nicht vergessen.

Unser Projektmanagerehepaar ruft die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen, um den Tagesplan zu besprechen.
In der Küche werden Nahrungsmittel von den örtlichen Händlern angeliefert. Frisches Gemüse, Reis, Mehl, Öl, Obst und Milch.
Die Wassertanklastwagen fahren an, um die auf dem Dach des Gebäudes befindlichen Tanks zu füllen. Die Zulieferung ist notwendig, da die drei NITYA SEVA - eigenen Tiefbrunnen oft nicht genügend Wasser liefern. In Bhopal herrscht häufig Wasserknappheit, Wasser ist ein sehr wertvolles Gut.

Gegen 13.00 Uhr kommen die ersten Kinder aus der Schule zurück. Sie wechseln ihre Kleidung und begeben sich in den großen Speisesaal. Sie bringen ihre Teller mit.
Die Küchenverantwortlichen und einige ältere Kinder geben das Essen aus.
Meistens gibt es Reis, Linsen, Kichererbsen, ein weiteres Gemüsegericht aus Kartoffeln oder Bohnen und Chapati, ein Flatenbrot. Dazu ein Glas Milch und Obst.
Die Kinder haben einen ordentlichen Appetit, und deuten in einer eigens entwickelten Zeichensprache durch das Zeigen von Fingern an, was sie gerne nachgereicht bekommen möchten. Ein in die Luft gestreckter Finger bedeutet, mehr Reis haben zu wollen, zwei Finger bitten um Nachschub an Linsen etc. Die Finger sind immer oben. Es scheint, als wenn die Kleinen auf Vorrat essen wollen, da sie sich immer noch an die Zeiten des ständigen Hungerns erinnern.
Nach dem Mittagessen ist ausruhen angesagt, und spielen.
Nach und nach kommen die anderen Kinder aus der Schule und nehmen ihr Mittagessen ein.

Ab 16.00 Uhr stehen Hausaufgaben und Nachhilfe auf dem Programm. Hierfür stehen drei Tutoren zur Seite.
Gegen 18.00 Uhr nimmt das Lernen ein Ende, und die Kinder strömen ins Freie oder in den Computerraum, in dem sie an acht Computern spielen können.
Draußen ist bei den Jungen Kricket sowie Fußball und bei den Mädchen Badminton angesagt.
Manche Kinder spielen auf der Terrasse, andere in den Zimmern.

Gegen 20.30 Uhr versammeln sich alle Kinder auf der großen Terrasse zum Gebet. Da unsere Schützlinge Muslims und Hindus sind, wurden religionsübergreifende Gebete entwickelt.
Die Kinder achten die unterschiedlichen Religionen. Sie werden welt-, kulturen- und glaubensoffen erzogen.
Nach dem Gebet gehen die Kinder zum Abendessen, danach in den Aktivitätenraum, schauen Fernsehen oder tanzen und spielen.

Um spätestens 23.00 Uhr ist Bettzeit.
Die Kinder eilen in die sieben Schlafsäle und begeben sich zur Nachtruhe.
Es wird still im Kinderheim.
Die Außenleuchten beleuchten das große Gelände.
Der Mond spendet sein sanftes Licht.
Ein langer Tag geht zu Ende.
Die Kinder schlafen, beschützt und umsorgt.

Sie haben ihr Zuhause gefunden. Und ihr Lächeln.

Ein Bericht von Claus D. von der Fink, Hilfsinitiative NITYA SEVA Kinder-, Lepra- und Adivasihilfe Indien e.V.

Deutsch-Russischer Jugendaustausch

Wir + Мы
Praxishandbuch zum deutsch-russischen
Jugendaustausch
Ihr habt euch entschieden, einen deutsch-russischen Jugendaustausch durchzuführen und seid hoch motiviert, eure Ideen zu verwirklichen, euch auf Abenteuer einzulassen und die schier grenzlosen Möglichkeiten zu nutzen.Dieses Praxishandbuch zum deutsch-russischen Jugendaustausch begleitet euch durch alle Phasen einer internationalen Jugendbegegnung und geht dabei auch auf länderspezifische Details zu Russland sowie Deutschland ein. Die einzelnen Beiträge zur Planung, Realisierung und Nachbereitung einer erfolgreichen Begegnung wurden von erfahrenen Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen des Jugendaustauschs verfasst. Sie beleuchten Themen wie die Konzeption, Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit von binationalen Projekten, greifen Fragen zu rechtlichen Aspekten und interkulturellen Gruppendynamik auf und veranschaulichen die Theorie anhand von zahlreichen Praxisbeispielen, Checklisten und Tipps.
Das Buch ist in enger bilateraler Zusammenarbeit der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch mit der djo-Deutsche Jugend in Europa, der Stiftung „Deutsch-Russisches Begegnungszentrum an der St. Petrikirche St. Petersburg“ sowie dem Russischen Nationalen Koordinierungsbüro für den Jugendaustausch mit der Bundesrepublik Deutschland entstanden.
Bestellinformationen: „Wir+Мы – Praxishandbuch zum deutsch-russischen Jugendaustausch“ kann gegen eine Schutzgebühr von 5,- € pro Stück bei der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch bestellt werden. Bestellung per E-Mail: info(at)stiftung-drja.de - (Angabe der Versandadresse + gewünschte Anzahl)
Überweisung: Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, Überweisungszweck: Schutzgebühr Praxishandbuch + Ihr Name, Konto 523 985 000, BLZ 200 700 24 (Deutsche Bank PGK AG Hamburg) - Sobald die Überweisung bei uns eingegangen ist, schicken wir die Bestellung an die angegebene Adresse.
ACHTUNG: Aktuelle Antragsteller der Stiftung erhalten ein Exemplar des Praxishandbuchs kostenfrei. Wir bitten darum, bei der Bestellung darauf hinzuweisen. - Stiftung DRJA

Dienstag, 17. Februar 2009

"Loopilino" helfen heißt "Kinder schützen" helfen

Loopilino soll weitere Sprachen sprechen
In der rechten Spalte dieses Blogs findet ihr die Suchmaschine "Loopilino" integriert. Vorgestellt haben wir sie euch ja bereits in diesem Beitrag.
Nun suchen die Initiatoren Eltern ans Netz Helfer, die ihre russischen, englischen, spanischen, französischen, italienischen, holländischen ... Sprachkenntnisse erproben wollen, " ... so dass international allen Kindern ein sicherer Raum für Kinderseiten im Internet geboten werden kann. Dieses Vorhaben übersteigt aber derzeit unsere kleinen Kapazitäten, scheitert an den vielen Sprachen und den dazu notwendigen finanziellen Mitteln. Wir benötigen daher dringend Ihre Kontakte, Empfehlungen und tatkräftige Unterstützung ..."
Damit die deutschen Webseiten in andere Sprachen übersetzt werden kann, benötigt Eltern an's Netz sprachkundige Helfer - natürlich auch zur Suche nach Kinderwebseiten im entsprechenden Sprachraum. Eine Idee ist zum Beispiel ein entsprechendes Sprach-Praxisprojekt in eurer Schule. Auf diese Ergebnisse würden wir uns ganz besonders freuen ... " (Eltern ans Netz)
Interessiert? Dann wendet euch bitte an: Eltern ans Netz e. V., Postfach 22 11 29, 04131 Leipzig, Mail: presse [at] loopilino [dot] de

Montag, 16. Februar 2009

Tierische Gegensätze

Annemarie Schnitt, Maria Tomeczek
Sei kein Frosch - (Online)-Bilderbuch für kleine und große Leute

"Sei keine Schnecke
sagt sich der Hase
und springt bis zur Hecke
über die Straße

Sei kein Hase
sagt sich die Schnecke
laß dir doch Zeit
bis zur Hecke"

Zum Bilderbuch

Sonntag, 15. Februar 2009

Zur Geschichten der Zahlen

Peter J. Bentley
Das Buch der Zahlen - Das Geheimnis der Zahlen und wie sie die Welt veränderten
Primus Verlag 2008, Aus dem Englischen von Carsten Heinisch, 272 S. mit ca. 175 meist farb. Abb., geb. mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-89678-378-3, EUR 39,90 [D], sFr 67,00
Bevor es Zahlen gab, hatten es die Menschen schwer. Wie sollte man beim Handel mit Naturalien beispielsweise wissen, wie viele Äpfel man erhalten hatte? Oder wie konnte ein Häuptling ohne zu zählen feststellen, wie viele seiner Krieger im Kampf gefallen waren? Zahlen konstituieren unser Universum. Und doch sind sie keine Gegebenheit. Erst im Laufe der Jahrtausende wurden sie entwickelt. Welche Zahlen gibt es überhaupt? Wer hat sie wann entdeckt? Wie lässt sich mit Zahlen rechnen und inwiefern erschließen sie unsere Welt? Welche Mythen und welcher Aberglauben verbinden sich mit Zahlen? Warum wurde etwa in frühchristlichen Kulturen die Zahl „2“ mit dem Teufel assoziiert? Und inwiefern verdanken wir die Geometrie den Überschwemmungen am Nil? - Peter Bentley hat auf alle Fragen die passende Antwort parat. Stets gegenwartsbezogen und mit spannenden Beispielen gelingt es ihm, selbst Mathemuffel für die Welt der Zahlen zu begeistern.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Ein Inder erfand die Null, aus Syrien kommen die Dezimalzahlen und in Usbekistan entstand die Algebra. Nicht nur diese Erkenntnisse versammelt der renommierte englische Computerwissenschaftler und Mathematiker Peter J. Bentley in seinem "Buch der Zahlen". Er sieht die Mathematik als beste Schule des Geistes und will Aufmerksamkeit erlangen für das Wunderbare und Faszinierende ... Bentleys kleine Geschichte der Mathematik, in der die harten Tatsachen der Zahlen im Mittelpunkt stehen, macht auf fühlbare Weise deutlich, wie die Menschheit um Wissen rang und mit Hilfe der Zahlen das Gewebe der Welt zu ergründen suchte. Sie zeigt den Erkenntnisweg, auf dem die Wissenschaft die Religion ablöste und die Vernunft den Aberglauben.
Auf diesem Weg standen die Mathematiker nicht allein, sie wurden begleitet von Künstlern wie Raffael, Dürer, Holbein und anderen. Manchmal sind es Porträts, manchmal wunderschöne Gemälde und Fresken, die man sich in den zahlreichen Abbildungen anschauen darf. Die Erkenntnis- und Zahlenwelt hat einmal, so lernt man, die Bildende Kunst fasziniert ... " Zur Rezension

Samstag, 14. Februar 2009

Möwen mit Sonnenbrille und schießende Fische

Mario Ludwig
Unglaubliche Geschichten aus dem Tierreich
BLV Buchverlag 2008,70 farbige Zeichnungen von Jan Gulbransson, 160 Seiten, Hardcover mit SU, ISBN 978-3-8354-0358-1, 14,95 €(D); 15,40 €(A); 27,90 sFr
Von Abc-Schülern, Beischlafbetrügern, Sklavenhaltern und Rückwärtsfliegern: erstaunliche Tricks und Fähigkeiten der Tiere. Es gibt Bienen, die Geiselnehmer sind, Pinguine, die sich als Zuhälter verdingen, und Bären, die im Handstand pinkeln - das schreibt zumindest Mario Ludwig in seiner Sammlung "Unglaubliche Geschichten aus dem Tierreich". Die augenzwinkernden Illustrationen des Donald-Duck-Zeichners Jan Gulbransson werten das Lesevergnügen noch zusätzlich auf.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): Manche Bücher sind wie eine Tüte Chips. Man fängt an zu knabbern, und ehe man sich versieht, hat man sie aufgegessen. Die Chips sind bei Mario Ludwig Minigeschichten über Bienen, die Käfer gefangen halten, Eulen, die in Höhlen wohnen, Möwen mit eingebauter Sonnenbrille, Prostitution bei Pinguinen, schießende Fische, Verwandlungskünstler und Bären, die im Handstand pinkeln. Über 200 tierische Verhaltensweisen skizziert der Biologe humorig auf jeweils kaum mehr als einer halben Seite und entdeckt oft Überraschendes, wo man es nicht vermutet hätte. Das laute Zirpen einer Grille beispielsweise ist weithin hörbar. Mit ihren Flügeln erzeugen sie einen Schalldruck, der der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht. Aber ihnen selbst macht das nichts aus. Sie können ihre Ohren für die Dauer des Gesangs einfach abschalten ... Deutschlandfunk

Palästinenser und israelische Soldaten erzählen

Karin Wenger, Kai Wiedenhöfer (Fotos)
Checkpoint Huwara - Israelische Elitesoldaten und palästinensische Widerstandskämpfer brechen das Schweigen
Mit einem Nachwort von Arnold Hottinger, 2008, 272 S., 38 s/w Abbildungen, 8 Karten/Pläne, Klappenbroschur, ISBN 978-3-03823-408-1, EUR 19,95, CHF 38.00
Palästinensische Selbstmordanschläge, israelische Militärinvasionen und gescheiterte Friedensverhandlungen. Die Gewaltspirale im Nahen Osten hat sich seit Ausbruch der zweiten Intifada im Jahr 2000 immer schneller gedreht. Der Nahostkonflikt findet im Westen mehrheitlich in den Schlagzeilen statt. Wohin aber hat der Konflikt die zwei Gesellschaften geführt? Was motiviert einen Selbstmordattentäter zu seiner Tat? Wie sieht die Gedankenwelt eines israelischen Panzerschützen aus? Die Autorin gibt Antworten auf diese Fragen und führt die Leser zu palästinensischen Kämpfern, Kollaborateuren und in den Gazastreifen.
Aus der Zeit im Gefängnis und von den Folgen der israelischen Zermürbungsstrategie erzählt ein junger Palästinenser im grössten Flüchtlingslager im Westjordanland. Neun junge Israeli, die sich an ihre Militäreinsätze in den besetzten Gebieten erinnern, berichten aus ihrer Sicht von ständiger Angst und Überforderung. Dieses Buch ist keine weitere Analyse des politischen Stillstands, sondern gewährt einen höchst persönlichen und erschütternden Einblick in das Leben der von den politischen Entscheiden direkt Betroffenen. - Inhaltsverzeichnis und Leseprobe

Die taz lädt 18-28jährige ein

Helge Sobik
Urlaubslandsleute 2
2007, 122 S., kt., ISBN 3-932927-34-6, 7.90 €
Der erste Band "Urlaubslandsleute - jede Menge Vorurteile für die Reise" erschien letztes Jahr zur Reisesaison und ging in kürzester Zeit in die 2. Auflage. Außerdem laufen die "Urlaubslandsleute"- Satiren in fünf großen deutschen Zeitungen als Serie und haben inzwischen so viele Fans gefunden, dass dieser zweite Band unausweichlich war: vom Argentinier bis zum Hawaiianer, vom Nepalesen bis zum Neuseeländer, vom Iren bis zum Ungarn - wieder vorlaut, mit jeder Menge auf die Spitze getriebener Missverständnisse, augenzwinkernder Bosheiten. Auch die Eigenheiten des Belgiers oder Brasilianers, des Grönländers, Kubaners oder Monegassen werden in den kurzweiligen Satiren nicht unter den Teppich gekehrt. Und ebenso fündig wird man, wenn man "endgültige Wahrheiten" über den Polen, den Sizilianer oder den typischen Texaner sucht. Es geht also nach wie vor nichts über gepflegte Vorurteile, besonders im Urlaub und auf Reisen, erleichtern sie das Leben doch ungemein. Reisejournalist Helge Sobik setzt nun vor dem Hintergrund seiner vielfältigen Reiseerfahrungen seine satirische Typologie mit 38 neuen "Urlaubslandsleuten" fort.

taz akademie beim tazkongress: Am Freitag bis Du noch Newcomer. Am Montag hast du Deine erste eigene taz in der Hand. Mach mit bei der taz akademie beim tazkongress 2009!
Die taz akademie gibt während des tazkongresses vom 17. bis 19. April 10 jungen Frauen und 10 jungen Männern zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit einer praxisorientierten Einführung in den kritischen Qualitätsjournalismus. In diesem Jahr werden insgesamt drei Wochenend-Workshops zum journalistischen Arbeiten in Berlin stattfinden. Im Rahmen des ersten Workshops beim tazkongress 2009 vom 17. bis 19. April werden wir gemeinsam eine taz-Beilage über den parallel stattfindenden tazkongress produzieren. Die insgesamt 20 TeilnehmerInnen werden unter allen BewerberInnen vom taz-Workshop-Team ausgewählt. Journalistische Erfahrung ist immer gut. Talent und Teamfähigkeit sind uns wichtiger. Kritisches Bewusstsein und Lust am Denken setzen wir voraus. - Bewerbung

Donnerstag, 12. Februar 2009

Landschaften

Hansjörg Küster
Schöne Aussichten - Kleine Geschichte der Landschaft
C.H.Beck 2009. 127 S.: Mit 7 Abbildungen. Klappenbroschur, ISBN 978-3-406-58570-8, 12,00 €
Italienischer, Französischer oder Englischer Garten, erhabene Wildnis oder geschützte Natur, Heide, Wald oder Gebirge: alles ist Landschaft. Es gibt sogar Mondlandschaft, Stadtlandschaft oder Wohnlandschaft. Anders als zu Natur, die besteht und vergeht, ob wir sie wahrnehmen oder nicht, gehört zu Landschaft stets auch Reflexion. Wenn wir Landschaft sehen, interpretieren wir sie. Wichtig sind die Metaphern, Stimmungen und gedanklichen Zusammenhänge, die wir mit dem Eindruck einer Gegend verbinden. Dennoch gibt es keine Landschaft, in der ausschließlich Elemente der Kultur vorkommen. Selbst in der durch und durch gestalteten Landschaft einer Stadt oder eines Parks sind noch natürliche Einflüsse wirksam. Und doch ist Landschaft niemals das gleiche wie Natur. Für den Pflanzenökologen Hansjörg Küster ist sie ein in Jahrtausenden gewachsenes und weiter wachsendes Geschichtsbuch, das man lesen kann und an dem man weiter schreiben wird – als Landwirt, als Planer oder als einer, der Landschaft „nur“ beobachtet und liebt.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Der Hannoveraner Pflanzenökologe Hansjörg Küster hat sich wiederholt mit Landschaften auseinandergesetzt. Ihn fasziniert vor allem ihr Wandel im Laufe der Jahrhunderte. Ob Ostsee oder Elbe, die Geschichte des Waldes oder die Landschaft in Mitteleuropa - stets waren seine Bücher Erkundungen von Natur und Kultur. Mit seinem kleinen Band "Schöne Aussichten" legt er jetzt eine leichtfüßige, allgemeine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse vor, eine Art Quintessenz ... Hansjörg Küster beginnt seine Geschichte bei den Jägern und Sammlern, die die Landschaft noch relativ unberührt ließen. Sobald sie jedoch sesshaft wurden, Landwirtschaft betrieben, begannen sie je nach den sich ändernden Bedürfnissen ihre Umgebung immer stärker zu gestalten. Allein schon dadurch, dass man jetzt weitaus mehr Menschen als früher ernähren konnte, entstanden überall neue Siedlungen, griff man in die Landschaft ein.
In sehr geraffter Form schreitet Hansjörg Küster durch die Jahrhunderte, zeigt immer wieder, wie die Entstehung von Städten, neue landwirtschaftliche Methoden der Bewirtschaftung, der Raubbau am Holz, die Industrialisierung deutliche Spuren hinterließen ... " Zur Rezension

Dienstag, 10. Februar 2009

Wie überlebt ein Kind ein Inferno?

Ella Fonjakova
Das Brot jener Jahre - Ein Kind erlebt die Leningrader Blockade
Aus dem Russischen von Sophia Klöpzig, Einführung und historischer Überblick von Heidelore Kluge, 216 S., geb., ISBN 3-932386-31-0, EUR 19,80 (D), 20,50 (A), sFr 35,70
»Dieses Bekenntnisbuch zu lesen, würgt den deutschen Leser immer noch in der Kehle.« Rupert Neudeck
Wie übersteht ein Kind die Tragödie der 900 Tage andauernden Leningrader Blockade? Die Jahre 1941/1942 waren für Leningrad die schwersten und tragischsten seit Menschengedenken. Woran liegt es, dass es so wenig bekannte und allgemein zugängliche Literatur über die Ereignisse der Leningrader Blockade gibt? Warum ist dieser Begriff kaum einem Menschen im Westen geläufig? Während der 900 Tage andauernden Belagerung, vor allem im Winter 1941/42, starben in Leningrad mehr Menschen als je zuvor in einer modernen Stadt. Schätzungsweise waren es mehr als zehnmal so viel wie nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima. Eine allgemein zugängliche Schilderung der Ereignisse fehlt. Deshalb sind die Kindheitserinnerungen Ella Fonjakovas auch von großer historischer Bedeutung!
Hier berichtet eine Betroffene, wie sie die Belagerung erfahren hat. Am 9. September 1941 befiehlt Marschall Woroschilow im Auftrag Stalins: »Das rote Leningrad muss sich bis zum Letzten verteidigen und seine Kriegsindustrie in Gang halten.« In der zweiten Septemberwoche 1941 bewegt sich die Heeresgruppe Nord auf Leningrad zu, um der Stadt den »Todesstoß« zu versetzten. Im Oktober beginnt der große Hunger. Die Versorgungslage ist dramatisch. Die Menschen sterben im Schlaf und auf offener Straße, ihre Leichen blieben tagelang liegen, so wie die Körper zu Boden gestürzt waren. Währenddessen wird Leningrad pausenlos bombardiert. Konnte der Hunger noch schlimmer werden? Ja. Die Leningrader reißen Tapeten von den Wänden und kratzen den angetrockneten, aus Kartoffelmehl hergestellten Kleister davon ab. Sie kochen Gürtel und Taschen aus Leder aus, um die eiweißreichen, tierischen Nährstoffe daraus zu gewinnen. Ende November 1941 sind bereits mehr als 11.000 an den Folgen des Hungers gestorben. Die Rationen betragen nur noch zwischen 125 g und 300 g pro Tag, und die Temperaturen sanken auf minus 20 Grad. Allein im Dezember 1941 starben 53.000 Menschen. Was das tägliche Brot vor allem im ersten Blockadewinter bedeutete, erfährt der Leser hautnah, aber auch dies: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Dimitri Schostakowitsch komponierte für die Eingeschlossenen seine große Siebte – die »Leningrader Symphonie«. Auch das war Brot.

»Der Clown ist ein handelnder Dichter« (Henry Miller)

Roswitha von dem Borne
Der Clown - Geschichte einer Gestalt
Mit einer Bilddokumentation über Pierino von Wanda Zacharias, Geleitwort von Oleg Popov, 192 S., 58, davon 30 farbige Abb., geb., ISBN 3-932386-65-5, EUR 25,00 (D), EUR 25,90 (A), sFr 43,80
Warum berührt der Clown die Menschen? Welche Gestalt ersteht da in der Manege, für jeden verständlich und sich doch staunend über sich selbst erhebend? Der Clown bringt keine Botschaft, er ist die Botschaft, die uns auf uns selbst zurückverweist.
Dem Geheimnis dieser Gestalt nachzugehen, sie in ihrer übergreifenden Bedeutung zu erfassen, ist Inhalt dieses Buches. Vom Altertum bis in unsere Gegenwart taucht sie immer wieder zwischen Weisen, Narren und Heiligen auf. Wo der Clown in seiner Reinheit erscheint, bewegt er die Herzen der Zuschauer.
Als ein besonderer Vertreter seiner Zunft wird der Clown Pierino vorgestellt, der in unserer lauten und schnelllebigen Zeit sein Publikum mit leisen Tönen verzaubert. Wanda Zacharias hat die poesievolle Atmosphäre seiner Auftritte in farbigen Bildern meisterhaft eingefangen.

Inhalt

Circus und Clowns

Die komische Figur in der Antike
Narren - das große Thema in der Renaissance: »Narrenschiffe« und »Narrenbeschwörung« - Erasmus von Rotterdam: »Das Lob der Torheit« - Till Eulenspiegel - Die weisen Narren: Shakespeares Hofnarren - Die Commedia delI' arte - Harlekin und Pulcinella - Die Narrenfeste
Narrengewand – Narrensymbole: Der Esel - Hahnenkamm, Schellen und Zepter - Narrengewand und Asketentum
Die Narren in Christo: Symeon von Edessa - Franz von Assisi - Jacopone da Todi - Vom heiligen Spaßmacher Philipp Neri - Die heiligen Narren Russlands - Bayerische Barocklegenden um Narren in Christo
Die reinen Toren: Der Dumme im Märchen - Don Quijote - Der abenteuerliche Simplizissimus - Fjodor Dostojewskis »Idiot« - »Der kleine Prinz« - Der »Naive aus Gesinnung« - Kaspar Hauser
Entstehung des Circus - Der Clown taucht auf: Die Kunstreitergesellschaften - Die Vorläufer: Jean Gaspard Debureau, Joe Grimaldi, Jean Baptiste Auriol - Clowns: Tom Belling - Grock, Charlie Rivel, Die Fratinelli, Oleg Popov, Charlie Chaplin - Der Circus heute

Maler und Dichter sehen den Clown:
Die Clownsgestalt: Der Verspottete - Der Liebende - Die Absichtslosigkeit - Die Unsterblichkeit - Das Opfer - Der »Gottgefällige« - Clowns und Engel

Perino - der zauberhafte Clown:
Das Spielen - Die Überraschungen - Verwandlungen - Die Gegensätze - Die Tiere - Die Freude
Pierino erzählt: Im Winterquartier - Auf der Reise

Kein Kind ohne Lachen - Clowns ohne Grenzen sind international agierende Vereinigungen mit einer gemeinsamen Philosophie. Sie realisieren Non-Profit-Projekte, die Künstler in Krisengebiete senden, um den Menschen vor Ort die Chance zu geben zusammen zu feiern und zu lachen, um so für einen Moment ihr schweres Schicksal zu vergessen.
Durch die Arbeit von Clowns ohne Grenzen Deutschland e.V. wollen wir, durch das Lachen und die Herzlichkeit des Clowns, insbesondere Kinder, aber auch Erwachsene an die schönen und leichten Momente im Leben erinnern und ihnen die psychologisch positive Wirkung des Humors überbringen. Wir wollen für die Menschen in Krisengebieten spielen und ihnen helfen ihre schwere Situation für mehr als nur einen Moment zu vergessen. Durch anschließende Workshops und Ausbildung in der Clownsarbeit mit interessierten Erwachsenen vor Ort, wollen wir die Nachhaltigkeit in unserem Wirken schaffen. Clowns ohne Grenzen

Zum Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar

Dagmar H. Mueller
Die Hälfte des Himmels gehört Bo
Ab 10 Jahren, 224 S., ISBN 3 522 17784 3, € 12,90, Euro-A 13,30, CHF 23,00
Marthas kleiner Bruder Bo ist eine echte Nervensäge: Immer will er Recht haben und immer behauptet er Sachen, die gar nicht stimmen können. Zum Beispiel, dass er den Himmel für drei Zitronenbonbons und zwei Himbeerlutscher gekauft hat. Und was das Schlimmste ist: Marthas Eltern lassen Bo all das auch noch durchgehen! Nie bekommt er Ärger, sondern immer seinen Willen. Doch dann erfährt Martha die Wahrheit und sie begreift: Die Hälfte des Himmels gehört tatsächlich Bo - und das ist ein schöner Gedanke. Ein tief bewegendes und zugleich unbeschwertes Buch über den Tod und das Leben - für alle Kinder und Erwachsenen, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen klarkommen müssen. - Tag der Kinderhospizarbeit

Webseiten von Jugendlichen für Jugendliche: " ... Diese Seite wurde von uns Jugendlichen, die Geschwister mit entweder Lebensverkürzenden Krankheiten oder schon verstorbenen Geschwister haben, in zwei Workshops erstellt. Zwei Wochenenden haben wir jetzt schon darüber nachgedacht, wie sich Geschwister auf der Seite www.fuer-geschwister.de besser über ihre Erinnerungen oder Gefühle austauschen können und warum wir eine Seite im Internet haben wollen. Dabei kam Folgendes zustande:
"Diese Geschwisterseite ist wichtig, damit auch die Geschwister von sterbenskranken Kindern sich austauschen können. Sie ist zum einen dazu da, über die eigene Geschichte, eigenen Gefühle und Gedanken zu berichten und zum anderen um Spaß zu haben und eventuell neue Bekanntschaften zu schließen." ... " Für Geschwister

Montag, 9. Februar 2009

Zum 200. Geburtstag von Charles Darwin im Februar 2009

Luca Novelli
Das Darwin-Projekt - Charles Darwins Reise um die Welt
Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi, mit Fotos / Illustrationen
Ab 11 Jahren, geb., 352 S., Mit zahlr. fbg. Abbildungen von Gianni de Conno, ISBN: 978-3-570-13636-2, € 19,95 [D], € 20,60 [A], CHF 34,90
Zum 200. Geburtstag von Charles Darwin im Februar 2009 - Charles Robert Darwin (12.02.1809-19.04.1882), englischer Wissenschaftler, begründete die moderne Evolutionstheorie. Seine Arbeiten revolutionierten die Biologie und Geologie grundlegend und wirken bis heute nach. - England, 1831: Charles Darwin sticht zu einer Expedition in See, die ihn um die ganze Welt führt. Fünf Jahre ist er unterwegs und forscht in Patagonien, Feuerland, Chile und auf den Galapagosinseln. Die Beobachtungen, die er dort macht, begründen seine revolutionäre Evolutionstheorie. Zum Darwin-Jahr 2009 hat der Autor Luca Novelli ein besonderes Projekt gestartet. Unterstützt von WWF und UNESCO, wiederholt er Darwins legendäre Reise mit der Beagle und beschreibt, wie sich die Welt seit damals verändert hat. Dabei lässt er den Abenteurer und Forscher selbst zu Wort kommen und von seinen bahnbrechenden Entdeckungen berichten. Eine brillante Mischung aus Reisetagebuch und Abenteuerroman!
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Novelli spricht hier den Wagemut und Forscherdrang seiner jugendlichen Leser an, die vielleicht irgendwann eine ähnliche Reise unternehmen, um schließlich das Geheimnis allen Lebens zu erkunden. Das Buch ist aufgemacht wie ein Reisetagebuch, verfügt über zahlreiche Skizzen und ausklappbare Karten, und die Seiten kann man durch ein Gummiband, das um den Buchdeckel gezogen werden kann, zusammenhalten. Darwins Gedankenwelt ist in dem Buch allgegenwärtig, zu abstrakt wird Novelli an keiner Stelle ... " - Dieses und 2 weitere Darwin-Bücher auf Deutschlandfunk

Sonntag, 8. Februar 2009

Mächtige Konzerne - versagende Politiker

Marie-Monique Robin
Mit Gift und Genen - Wie der Biotech-Konzern Monsanto unsere Welt verändert
DVA, Aus dem Französischen von Dagmar Mallett, geb., Klappenbroschur, 464 S., ISBN: 978-3-421-04392-4, € 19,95 [D], € 20,60 [A], CHF 34,90
Monsanto – ein Skandalkonzern manipuliert unsere Nahrung. Der Chemie- und Biotech-Riese Monsanto gelangte bisher kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, obwohl er mit seinen Produkten wie Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen eine fundamentale und höchst umstrittene Rolle in der Weltnahrungsmittelproduktion spielt. In ihrem brisanten Buch schildert die Journalistin Marie-Monique Robin, welche Gefahren von den Produkten und der Macht des Konzerns weltweit und vor unserer Haustür ausgehen. Der amerikanische Chemie- und Biotech-Konzern Monsanto hat sich zum weltweiten Marktführer bei genmanipuliertem Saatgut vorgekämpft. Schädlingsresistente Monsanto-Pflanzen werden jedoch vielerorts, auch bei uns, als gesundheitliche, biologische und wirtschaftliche Bedrohung angesehen. Andere Produkte sind nicht weniger umstritten: Mit sogenanntem Hybridsaatgut etwa, das nach der Ernte nicht wieder zur Aussaat verwendet werden kann, geraten Bauern nach Ansicht vieler Beobachter in ruinöse Abhängigkeit. Der Multi ist berüchtigt für seine rücksichtslose Geschäftspolitik, die Einschüchterung von Kritikern und den Eingriff in demokratische Prozesse. Er betreibt aggressive Lobbyarbeit auch in Deutschland.
Marie-Monique Robin hat bei ihrer langjährigen Recherche Fakten, Aussagen und Untersuchungsergebnisse zusammengetragen, die erstmals umfassend das Geschäftsgebaren und die Ziele von Monsanto darlegen. Vor dem Hintergrund der weltweiten Nahrungsmittelkrise gewinnen ihre Erkenntnisse noch an Brisanz.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Es ist eines dieser Sachbücher, die man kaum lesen kann, ohne kalte Wut über das Versagen der Politik oder vielmehr ihre Willfährigkeit gegenüber massiver Wirtschaftsmacht zu empfinden ... In der Kritik steht der Multi spätestens seit den siebziger Jahren. Monsanto geriet damals in die Schlagzeilen, weil der Konzern, einer der großen US-Hersteller von PCBs, polychlorierten Biphenylen, zwar frühzeitig von der Giftigkeit dieser Substanzen erfahren hatte, aber niemanden warnte, vielmehr, so Marie-Monique Robin, alles unternahm, um die Gefahren zu vertuschen. Das kam letztendlich teuer zu stehen. Monsanto wurde zu einer der höchsten Entschädigungssummen verurteilt, die ein Industrieunternehmen in den USA je zahlen musste: 700 Millionen Dollar. Der Konzern scheint daraus nichts gelernt zu haben. Marie-Monique Robin beschreibt, wie der Konzern immer wieder versucht hat, fatale Nebenwirkungen zu verschweigen - auch bei seinen jüngsten Produkten: dem Unkrautvernichtungsmittel Roundup und den genetisch veränderten Pflanzen: Soja-Bohnen, Baumwolle, Raps oder Mais. Welche verheerenden Folgen deren Anbau haben kann, zeigt die Autorin am Beispiel Argentinien, Paraguay und Indien ... " Zur Rezension

Samstag, 7. Februar 2009

Die Wunderwelt unseres Körpers

Jennifer Ackerman
24 Stunden
rowohlt 2009, Hardcover, 320 S., 978-3-498-00078-3, 19,90 €
Jennifer Ackerman nimmt uns mit auf eine fabelhafte und beispiellose Tour durch den menschlichen Körper und erläutert lebendig, anschaulich und überaus unterhaltsam alle Körper-, Sinnes- und Gehirnfunktionen, die im Tagesablauf üblicherweise stattfinden. Lieben, Essen, Schlafen, Träumen - zu all diesen Bereichen bereitet die Autorin die neuesten internationalen Forschungsergebnisse der letzten zehn Jahre auf. Insbesondere die chronobiologische Forschung bietet "News you can use" und kann dem Leser überraschend viele hilfreiche praktische Hinweise geben.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Der menschliche Körper ist ein stiller Arbeiter. Unhaufällig verrichtet er seine Dienste. Die Wissenschaftsjournalistin Jennifer Ackerman lenkt mit ihrem Buch "24 Stunden" den Blick auf das eigene Innenleben und gibt dem Leser Informationen an die Hand, um den Körper besser zu verstehen und zu behandeln ... Gleich zu Beginn zitiert Jennifer Ackermans den heiligen Augustinus. Wir würden hohe Berge und den Lauf der Sterne bewundern, seien jedoch blind für das Wunder im eigenen Innenleben ... Andere Bücher berichten, wie man seinen Körper schlanker, stärker, leistungsfähiger formen und gesund erhalten kann. Jennifer Ackermann geht es nicht um seine Manipulation, vielmehr darum, wahrzunehmen, was ist. Wir haben nicht einfach nur einen Körper. Wir sind Körper, das ist ihre Botschaft. Anrührend und mit einer zärtlichen Sprache beschreibt die Autorin beispielsweise, was in unserem Ohr geschieht, wenn wir hören. Ihre ganze Wertschätzung gilt den winzig kleinen Haarzellen, die in einem Zickzackmuster in der Gehörschnecke des Innenohrs angeordnet sind und uns auch Stille wahrnehmen lassen. Solche detailreichen Entdeckungen finden sich unzählige in dem Buch. So fundiert und poetisch zugleich wurde noch nicht über das Leben in uns geschrieben ... " Zur Rezension

Freitag, 6. Februar 2009

Vögel, Augen, Menschen - Hieroglyphen lernen

Angela McDonald
Hieroglyphen schreiben leicht gemacht - Grüße - Redensarten - Namen - Flüche
Theiss Verlag 2008, 80 S. mit 43 farbigen Abbildungen sowie zahlreichen Skizzen und Schreibhilfen. kt., ISBN 978-3-8062-2195-4, EURO 14,90
Lernen Sie schreiben wie die alten Ägypter: In wenigen Minuten schon können Sie Menschen, Häuser, Tiere und Götter benennen, sich begrüßen, verabschieden, beglückwünschen und – falls nötig – beschimpfen. Hieroglyphen sind heute noch der Inbegriff des »Unlesbaren« und genau das macht sie so spannend. Während der Umgang mit diesen Schriftzeichen im alten Ägypten einer schmalen Oberschicht vorbehalten war, kann heute jedermann problemlos den Umgang mit diesen uralten Schriftzeichen meistern – auch Sie! Die Autorin führt Sie mit einfachen Beispielen, vielen praktischen Tipps und Anleitungen Schritt für Schritt zu Ihren ersten selbst gezeichneten, echten ägyptischen Hieroglyphen – spielerisch leicht, ohne mühsames Pauken von Vokabeln.
Rezension von lernclick.de (Auszug): " ... Originelle Hundenamen oder Grußkarten entstehen im Handumdrehen, wenn die ersten Hieroglyphen sich gefestigt haben. Und dazu bringt dieses gut strukturierte Handbuch das passende Handwerkszeug mit. Ein erster Einstieg ist schnell gefunden ... " Zur Rezension - Webseiten (unabhängig vom Buch) mit Hyroglyphenfonts hieroglyphen.de

Dienstag, 3. Februar 2009

Adelbert von Chamisso

Beatrix Langner
Der wilde Europäer - Adelbert von Chamisso
Matthes & Seitz 2008, Mit zahlreichen Abbildungen, 368 S., geb. mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-88221-889-3, € 29,80, CHF 49,90
Europäer, Dichter und Weltreisender - Der Weltreisende Adelbert von Chamisso war ein Mensch, der sich ruhelos zwischen den Grenzen und Kulturen bewegte, ein vaterlandsloser, »wilder« Europäer. 1781 als französischer Aristokrat geboren und 1838 als deutscher Dichter gestorben, war sein abenteuerliches Leben ein Entwurf der Freiheit. Nach jahrelanger Flucht aus dem Frankreich der Revolution gelingt es der Familie des Grafen de Chamisso in Berlin ein neues Leben aufzubauen. Nach Stationen in Düsseldorf, Würzburg und Bayreuth finden sie erst hier, in der zu einem Viertel von Franzosen be­wohn­ten preußischen Hauptstadt, eine neue Heimat. Adelbert von Chamisso, wie er sich fortan nennt, be­freundet sich mit Rahel Varnhagen, Alexander von Humboldt, Jean Paul, August Wilhelm Schlegel, Ludwig Börne und vielen an- deren Größen der Berliner Salons jener Zeit. Mit dem Peter Schlemihl macht er sich früh einen Namen als bedeutender Dichter deutscher Sprache. Doch es zieht ihn in die Ferne, er nimmt an einer abenteuerlichen Welt­reise mit dem russischen Schiff »Rurik« teil und widmet sich verstärkt den Naturwissenschaften. Bis zu seinem Tod 1838 führt er ein unruhiges Leben, er wechselt mehr­fach die Nationalität, forscht und schreibt und hinterlässt ein widersprüchliches Bild.
Rezension im Deutschlandfungk (Auszug): " ... "Der Schattenmann", hieß Chamisso im Volksmund. Einen wilden Europäer nennt ihn seine Biographin Beatrix Langner, anknüpfend an Claude Lévi Strauss' Abhandlung über das wilde Denken. Das vor allem ein freies Denken ist und dann gelingt, wenn Menschen mehr als nur geographische Grenzen überschreiten, wenn sie nicht Halt suchen und sich allein orientieren an Familie, Herkunft oder Religion, sondern ihren Geist sich entfalten lassen, wie Chamisso es tat, "dessen Bestimmung es war", so Langner, "keiner Bestimmung zu folgen und selbst Autor seines Lebens zu werden." - Ein kluges Programm übrigens auch für uns im globalisierten 21. Jahrhundert ... " Zur Rezension

Im selben Verlag erschienen: Adelbert von Chamisso
Die Gauner. Galerie der pfiffigsten Schliche und Kniffe berüchtigter Menschen
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Gerd Schäfer, 160 S., geb. mit Schutzumschlag. Lesebändchen, ISBN 978-3-88221-884-8, € 16,80, CHF 30,90
Eine überraschende Wiederentdeckung des genialen Autors des Schlemihl: die 1836 erschienene und seither verschollene Sammlung von Geschichten über Räuber, Betrüger und Mörder, untreue Ehefrauen und hartnäckige Verführer. Ein literarischer Frühlingsstrauß! Adelbert von Chamisso hat in dieser Geschichtensammlung eine Art Grimms Märchenschatz zusammengetragen: Er präsentiert ein Panoptikum der Halunkerei. Belustigt, lakonisch und unvoreingenommen erzählt er von großen und kleinen Gaunereien. In einer wundervollen Sprache, einem völlig eigenständigen Ton, der Märchen, Volkssage und Bericht zugleich entlehnt ist, lesen wir Verblüffendes und Empörendes über zwei Gauner, die sich vor Gericht bringen lassen, um dort sowohl den Richter als auch die Gerichtsdiener zu bestehlen. Auch von einem Huhn wird berichtet, das wie der Papst gerufen wird und dessen Besitzerin die Inquisition droht. Wir erfahren etwas über eine trickreiche Verführung, einen Ehebruch und die Bestrafung der Untreue. Über eine seltsame Höllenmaschine, aber auch Neues über Robin Hood und Falstaff. Der weitgereiste Chamisso weiß von vielen Verbrechen und Vergehen zu berichten, begangen nicht nur von Deutschen oder Engländern, Christen oder Juden, denn: "Spitzbuben gibt es unter allen Nationen und von allen Religionen."

"Kultbuch" Schulweisheiten aus dem 19. Jahrhundert

Franz Junger
Das GULLIBUCH
neu herausgegeben von Wolfgang Morscher, 194 S., 30 Abb., ISBN: 978-3-9502429-0-4, 19 Euro (+ Versandkosten: Österreich: 3 €, EU: 5 €, EU Express: 8 €, International: 8 €), wir legen dem Gullibuch eine Rechnung bei
"Studieren Sie fleißig und von allem Anfange an und merken Sie sich das eine: Der Gescheitere gibt nach, ich gebe aber nicht nach!"
Heitere und köstliche Schulweisheiten des Originals Alfons Quellacasa (1843–1913), Naturgeschichteprofessor in Brixen, von seinen Schülern akribisch mitnotiert. Seit Generationen ist das Gullibuch mit seinen Kathederblüten "Kultlektüre". Erstmals nach fast hundert Jahren wieder der Originaltext, mit Illustrationen aus den zeitgenössischen Schulbüchern. Beim Gullibuch handelt es sich um die Schüler-Mitschriften des Naturgeschichte-Unterrichts des Lehres Alfons Quellacasa in den Jahren 1895 - 1903 in Brixen. Prof. Quellacasa hatte als gebürtiger Ladiner mit der deutschen Sprache schwer zu kämpfen und er liebte eine prägnante Ausdrucksweise, wobei dabei einige Satzgebilde durcheinander gerieten ... Neben dem genial-köstlich pointierten Text, der seit Generationen für größte Heiterkeit sorgt, dokumentiert das Gullibuch einen Unterricht, den wir uns wünschen würden. Die Solidarität des Lehrers zu seinen Schülern und sein Zugang zu den Naturwissenschaften hat die Grundlage für das Interesse bedeutsamer Forscher geweckt. Das Gullibuch ist ein besonders wichtiges Dokument für die Unterrichtsgeschichte bzw. Schulgeschichte in der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, zudem erfahren wir sehr viel über den Alltag der Schüler, über deren Interessen, Werte, Freizeit und vieles mehr.
- Zielgruppe: das "Gullibuch" ist für Leser jeden Alters geeignet: Schüler werden höchst vergnügliche Inhalte aus dem Schulalltag entdecken, der sich von 1895 bis heute vielleicht kaum verändert hat. - Für Erwachsene ergeben sich neben der genialen Lektüre auch Vergleiche zu eigenem Erleben. - Das "Gullibuch" kann didaktisch in der Gruppe und im pädagogischen Unterricht eingesetzt werden und bietet für den Wissenschaftler hervorragende Einblicke in den Alltag der Jahre 1895-1903 - Mehr zum Buch (Leseprobe) auf der dem Portal mit Sagen und Märchen SAGEN.at

Montag, 2. Februar 2009

Roman, Märchen, Autobiografie ... alles in Einem

Abbas Khider
Der falsche Inder - Roman
Edition Nautilus, geb.m.Schutzumschlag, 160 S., ISBN 978-3-89401-576-3, € (D) 16,-, sFr 29,-, € (A) 16,50
Ein geheimnisvolles arabisches Manuskript im ICE Berlin–München, das niemandem zu gehören scheint und worin acht Mal auf verschiedene Weise die Lebensgeschichte desjenigen erzählt wird, der es zufällig findet und liest.
Dieses Romandebüt handelt von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und vor Krieg und Unterdrückung flieht, sich in mehreren Ländern als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner durchschlägt; der vom Unglück verfolgt scheint und doch immer wieder auf wundersame Weise gerettet wird. Auf seiner Reise durch Nordafrika und Europa trifft er viele andere Flüchtlinge aus aller Welt, die wie er auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger und Krieg sind und dafür sehr viel opfern. Ihre Stimmen und Schicksale verbinden sich in Khiders Roman zu einem modernen realistischen Märchen. Abbas Khider verbindet das Tragische mit dem Komischen, das Groteske mit dem Alltäglichen, die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings. Er beeindruckt durch seinen ungeschönten Blick und die Beiläufigkeit, mit der er vom Elend wie von Wundern erzählt.
Leseprobe: Mit neunzehn Jahren wurde ich ins Gefängnis gesteckt. Dort gab es unzählige Wände, die ich vollschreiben konnte. Eigentlich gab es nur Wände. Fenster war ein Fremdwort. Wie Sonne und Frauen. Man konnte nur erahnen, dass es irgendwo da draußen Sonne geben musste. Auf dieser dunklen Seite der Erde habe ich den ersten Vers gelesen. Er stand in meiner ers_ten Zelle an der Wand: »Das Gefängnis ist für mich eine Ehre, die Fessel ein Fußband und der Galgen die Schaukel der Helden.« Sein Verfasser musste jede Hoffnung schon verloren haben. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Damals hatte ich keineswegs die Absicht, als Held am Galgen zu enden. Nach einem Jahr schrieb ich denselben Vers in einer anderen Zelle und dachte nichts dabei. An den Wänden stand einfach alles geschrieben. Man konnte viel Zeit damit verbringen, die Weltanschauung einzelner Gefangener zu erkunden, ebenso ihre ethnische oder religiöse Zugehörigkeit. »Arbeiter der Welt, vereinigt euch!« - Das war ein Kommunist. »Kurdistan soll frei sein!« - Ein Kurde. »Gott schütze die Gläubigen!« - Ein Religiöser. »Komm, Heiliger Al-Mahdi, rette die Erde!« - Ein Schiit. »Ich will zu meiner Mama.« - Einer wie ich, der keine Ahnung hatte, warum er da war.
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren und lebt seit 2000 in Deutschland. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund „politischer Gründe“ und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 2000 lebte er als sogenannter illegaler Flüchtling in vielen verschiedenen Ländern. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft. Er veröffentlichte bisher Lyrik in verschiedenen Publikationen. Gedichte in deutscher Übersetzung erschienen in der Anthologie Rückkehr aus dem Krieg. Neue irakische Lyrik. (Hg.) Khalid Al-Maaly und Heribert Becker (2007)
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): Der falsche Inder meinte einmal zu wissen, dass er kein Inder, sondern ein Iraker ist. Seit er aber als Flüchtling in Deutschland lebt, weiß er nicht mehr, ob er "Zigeuner, Iraker, Inder oder gar ein Außerirdischer" ist. "Ich weiß nur, ich bin 'von vielen Sonnen der Erde gebrannt und gesalzen', wie meine bayerische Geliebte Sara immer behauptet, und ich glaube ihr." ... "Der falsche Inder" ist Roman, Märchen, Erzählung aus 1001 Nacht, Kurzgeschichte und Autobiografie in einem. Eine Rahmenhandlung hält alles zusammen ... Zur Rezension

Sonntag, 1. Februar 2009

Loopilino sucht Maskottchen

Loopilino - die werbefreie Suchmaschine sucht Maskottchen
In der rechten Spalte ganz oben findet ihr die werbefreie Suchmaschine "Loopilino" integriert - initiiert von Eltern ans Netz und entwickelt von der Cyspro Media Group. Sie nennt sich zwar "Kindersuchmaschine", ist aber in manchen Punkten sicher auch für euch interessant!

Loopilino sucht nun Maskottchen und schreibt dazu:
Die verschieden Sprachen und die Prüfung von derzeit freien Domainnamen haben uns bei der Namensfindung großes Kopfschmerzen bereitet und sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Loopilino ist daher ein künstlicher Name geworden, welcher ein wenig an ein Lupe, welche im Internet mach Kinderseiten sucht, erinnern soll.
Bei dem neuen Maskottchen denken wir in erste Linie also an eine lustige Lupe, vielleicht mit einem www oder einer Weltkugel.
Wer Ideen dazu hat, kann sie uns gern unter maskottchen [at] loopilino [dot] de einreichen. Alle dürfen mitmachen. Kinderideen bzw. Kinderzeichnungen werden natürlich bevorzugt, da es ja schließlich um Eure Suchmaschine geht.
Wir freuen uns auf Eure Entwürfe!

P. S. für Grafiker: Wer daran Interesse hat, kann uns gern die Vorlagen der Kinder in kostenloses professionelles Material "verwandeln".

Für Pflanzenliebhaber

Anna Pavord
Wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen. Eine Kulturgeschichte der Botanik
Aus dem Englischen von Hainer Kober, Berlin Verlag 2008, 567 S., ISBN-13: 9783827005281, 39,90 Euro
Wer von einer Sache fasziniert ist, will sie auch verstehen, und wer verstehen will, benennt und ordnet die Welt. So geschah und geschieht es auch mit der Welt der Pflanzen — und wie Anna Pavord in ihrem neuen Buch zeigt, ist die Geschichte der Botanik nicht umsonst eng mit einigen der brillantesten Köpfe der abendländischen Geistesgeschichte verbunden. Schon im Athen des 3. vorchristlichen Jahrhunderts stellte sich Theophrast, ein Schüler des Aristoteles, die Frage, wie man Pflanzen angemessen benennen und nach welchen Kriterien man sie einordnen sollte. Worin bestanden ihre Ähnlichkeiten und Unterschiede? Das Ergebnis seiner Bemühungen war das allererste Buch über Pflanzen. Die Beschreibung und Systematisierung der Pflanzenwelt nahm im Verlauf der folgenden Jahrhunderte zahlreiche Gelehrte und Forscher in ganz Europa und darüber hinaus in Anspruch. So spannt auch Anna Pavord einen großen Bogen: über Alexandria und Konstantinopel in das Italien der Renaissance, die das Verhältnis des Menschen zur Natur radikal neu definierte, und schließlich bis in das heutige Kasachstan und den südamerikanischen Regenwald. Viele Künstler, darunter etwa der große Albrecht Dürer, haben in aufwändig gestalteten Pflanzenbüchern bei der faszinierenden Suche nach Ordnung in der Natur mitgewirkt. Bis heute zählen diese Bücher zu den Glanzstücken der Wissenschafts- und Kunstgeschichte. Anna Pavord legt ein Meisterwerk erzählter Geschichte — der Botanik und der Buchkunst — vor, ein Buch, das mit seinen über 150 Farbillustrationen zudem ein optischer Genuss ist.
Rezension Deutschlandfunk (Auszug): " ... Anna Pavord präsentiert eine Vielzahl von Forscherlebensläufen auf dem Weg zur genauen Pflanzenkenntnis, sie erörtert Zeitphänomene wie die Entwicklung des Buchdrucks und die Herausbildung der Ikonographie der Pflanzendarstellung, die mit einer Fülle herausragender Illustrationen dokumentiert ist. Sie beschreibt den Einfluss der Reformation auf die Wanderbewegungen der Gelehrten, auch deren Konkurrenz untereinander ... Und so ist der Untertitel ein wenig irreführend, denn im Grunde behandelt Anna Pavord die Vorgeschichte der Botanik als wissenschaftliche Disziplin - von ihren frühen Anfängen in der Antike bis ins 17. Jahrhundert; trotzdem ein großes Stück Wissensgeschichte - unterhaltsam, vielseitig, eine Freude und Fundgrube für Pflanzenliebhaber ... " Zur Rezension