Donnerstag, 3. Dezember 2009

Ein gespenstisches Wintermärchen

Selma Lagerlöf
Herrn Arnes Schatz - Erzählung
Aus dem Schwedischen von Marie Franzos, geb. Ppb., 112 S., ISBN: 978-3-7175-4081-6, € 12,90 [D], € 13,30 [A], CHF 23,90
Gespenstisches Wintermärchen aus dem hohen Norden. Im tiefen skandinavischen Winter stößt die junge Elsalill auf allerhand Rätselhaftes: einen gestohlenen Schatz, blutige Fußspuren im Schnee und einen Mann, der sie auf geheimnisvolle Weise anzieht. Suggestiv und poetisch erzählt Selma Lagerlöf (1858–1940) eine Geistergeschichte, die faszinierend zwischen Traum und Wirklichkeit changiert. - Ein literarischer Fund der schwedischen Nobelpreisträgerin.
Leserobe (Auszug): " ... Zur Zeit, als König Friedrich II. von Dänemark über Bohuslän regierte, wohnte in Marstrand ein armer Fischkrämer, der Torarin hieß. Er war ein schwacher und geringer Mann, sein einer Arm war lahm, so daß er weder zur Fischerei noch zum Rudern taugte. Er konnte seinen Unterhalt nicht auf der See verdienen wie die anderen Inselbewohner, sondern er zog umher und verkaufte eingesalzene und getrocknete Fische an die Leute auf dem Festland. Er war nicht viele Tage des Jahres daheim, er zog immer von Dorf zu Dorf mit seinem Fischwagen.
An einem Februartag, als die Dämmerung hereinbrach, kam Torarin den Weg gefahren, der von Kunghäll nach dem Kirchspiel Solberga führte. Es war menschenleer auf dem Weg, aber Torarin brauchte darum nicht zu schweigen. Er hatte neben sich einen verläßlichen Freund, mit dem er Zwiesprache pflegen konnte. Das war ein kleiner schwarzer Hund mit buschigem Fell, den Torarin Grim nannte. Er lag meistens still da, den Kopf zwischen die Beine geklemmt, und blinzelte nur zu allem, was sein Herr sagte. Aber wenn er etwas zu hören bekam, was ihm nicht behagte, dann stellte er sich auf, streckte die Schnauze in die Luft und heulte ärger als ein Wolf ... " Hier weiterlesen

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